Die Begriffe Digital Skills und Future Skills werden häufig synonym verwendet. Aus meiner Sicht überschneiden sie sich, sind aber nicht deckungsgleich.

Digital Skills

Future Skills

Digital Skills sind für mich die Kompetenzen, die es für ein selbstbestimmtes Leben und Arbeiten in einer digitalisierten Welt braucht. Dazu gehört sicher die Kompetenz, digitale Technologien und Werkzeuge anzuwenden und für sich zu nutzen. Aber auch das Bewusstsein, wie man sich im digitalen Raum zeigt und bewegt und welchen Einfluss er auf unser Leben nehmen kann- zum Beispiel durch zu viel Information oder Nutzung unserer Daten.

Future Skills sind die Kompetenzen, welche den Menschen von der Maschine unterscheidet und die entsprechend nicht einfach ersetzt werden können. Als solche wurden zum Beispiel Fähigkeiten wie kritisches Denken, Kreativität, Zusammenarbeit und Kommunikation definiert.
Durch die gewaltige Entwicklung im Bereich generativer KI, ergibt sich eine Notwendigkeit, diese Kompetenzen noch weiter zu denken wie zum Beispiel mit Resilienz, Empathievermögen oder dem Umgang mit Ambiguität. Dadurch haben sich diverse Definitionen oder Auflistungen von Future Skills entwickelt.

Digital Skill? Future Skill? Oder ganz was anderes?

Schon die Fähigkeit zur Zusammenarbeit ist sowohl Digital Skill als auch Future Skill. Einerseits geht es um Kompetenzen für mobil-flexibles gemeinsames Arbeiten. Andererseits um die Erkenntnis, dass es in einer Welt mit rasant wachsendem Wissen und immer komplexeren Aufgaben nicht mehr möglich ist, alles zu wissen und Probleme alleine zu lösen, und der daraus folgenden Bereitschaft zur (digitalen) Kollaboration und Partizipation.

Darüber kommt die Fähigkeit zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und Mitgestaltung der digitalen Welt. Sei es das eigene lebenslange Lernen, in dem wir selbstbestimmte Lernwege zu persönlichen, auf momentane Bedürfnisse ausgerichteten Lernzielen gehen. Oder die Digital Citizenship, das Nutzen von Technologien für die Gesellschaft und einhergehende Diskussionen um Werte und Normen.

Sowohl selbstbestimmtes Leben und Arbeiten als auch die Unterscheidung zur Maschine erfordern und fördern schlussendlich eine Persönlichkeitsentwicklung im Sinne einer offenen Einstellung gegenüber sich selbst, der Arbeit und der Welt als ständig verändernde, unsichere Komponenten unseres Seins.

Digitale Kompetenzen und Future Skills zu fördern- sowohl bei Lernenden als auch bei Lehrenden- sollte heute ein zentrales Anliegen aller Bildungsinstitutionen sein. Denn niemand kommt an der digitalen Welt vorbei. Die Kunst ist, sie in den Lehr- und Lernalltag so zu integrieren, dass sie ein natürlicher Bestandteil davon werden.