Dem Begriff „Third Space“ bin ich im Hochschulkontext erstmals im Herbst 2024 begegnet, als in unserem Intranet ein Aufruf veröffentlicht wurde, in dem Mentees für ein aus dem P-7-Programm finanziertes Projekt zum Thema Wissenschaftsmanagement an FHs und PHs gesucht wurden. Dass es noch andere „wie ich“ gibt und dass „wir“ viele Herausforderungen teilen, wusste ich dank regelmässigem Austausch mit tollen KollegInnen aus anderen Hochschulen der FHNW schon vorher. Doch nun hatte ich für „uns“ nicht nur einen Namen, sondern auch eine Beschreibung und Einordnung. Das hilft mir seitdem, weiterzudenken und über den Tellerrand zu schauen.

Doch von was rede ich eigentlich? Third Space Mitarbeitende oder Hochschulprofessionelle oder WissenschaftsmanagerInnen sind Personen, die an einer Hochschule zwischen Akademie (= Lehre und Forschung) und der Administration positioniert sind, die Leistungsbereiche der Hochschule unterstützen und dabei die Hochschule aktiv mitgestalten. Dabei können ihre Aufgaben näher an der Lehre, der Forschung, der Hochschule als Ganzes oder irgendwo in der Mitte sein. Beispiele für den Third Space sind

  • Hochschulentwicklung
  • Hochschuldidaktik
  • Curriculumentwicklung
  • Qualitätsmanagement
  • Studienberatung
  • International Office
  • Kommunikation
  • Diversity- und Gleichstellung
  • Anlauf- und Unterstützungsstellen für Studierende

Mitarbeitende des Third Space verfügen in der Regel über einen Hochschulabschluss, müssen aber zusätzlich zu ihren fachlichen Kompetenzen sehr gute Kenntnisse der Hochschule als Organisation und ihrer Kernaufgaben erwerben. Sie haben selten Führungsverantwortung und/oder Entscheidungskompetenz und gestalten und wirken daher häufig „über die Bande“, also indirekt. Aufgrund der ausgeprägten Schnittstellentätigkeit müssen sie mit den damit einhergehenden Spannungen konstruktiv umgehen oder sogar vermittelnd agieren können. Dazu kann auch gehören gleichzeitig sowohl den regulären Betrieb zu unterstützen als auch Innovationen zu initiieren und begleiten.

Mitarbeitenden des Third Space sind häufig schlecht sichtbar. In offiziellen Organigrammen kommen sie selten vor, und wird die Aufgabe zusätzlich zu Hauptaufgaben in Forschung oder Lehre ausgeführt, wird dies kaum wahrgenommen. Auch ist eine Professionalisierung der Third Space Stellen aufgrund der Vielfältigkeit schwierig, was wiederum die Laufbahnplanung der Mitarbeitenden erschwert.

Dies ist seit einigen Jahren ein Thema, was ich nun erst entdeckt habe. Wer gerne mehr Informationen zum Third Space hätte, findet hier ein paar erste gute Ressourcen:
Third Space an der PHSG – Definition mit vielen Referenzen zum Thema und Einblick in die Third Space Entwicklungen an der PHSG
Third Space an Hochschulen – Personalkategorie oder Raum für organisatorische Innovationen? Präsentation von Bernhard Nievergelt mit einer Einordnung aus organisationaler Sicht
Wissenschaftsmanagement an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen: Ausprägungen, Entwicklungspfade und Karrierewege – mit Kurz- und Gesamtbericht des P-7 Projektes

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