Eine Lehrveranstaltung online durchzuführen heisst zunächst einmal, sich mit der Technik auseinanderzusetzen. Kamera, Mikrophon, Videokonferenzsoftware, Bildschirm teilen, vielleicht eine Umfrage durchführen. Doch wer dann einsam seine Vorlesung vor einem Computer abhält oder solch einem gestreamten Monolog zuhört, weiss bald, dass dies weder nachhaltig noch befriedigend ist. Lernen funktioniert nur, wenn es aktiv geschieht- durch Interaktion von Lehrenden und Lernenden

Dies bedingt aber, dass die reine Wissensvermittlung aus dem virtuellen Präsenzunterricht ausgeschnitten wird. Eine Möglichkeit ist das Prinzip des Flipped Classrooms, in dem das Lernmaterial vorbereitend online zur Verfügung gestellt und die Präsenzphase für ausgeprägtes aktives Lernen genutzt wird. Dazu bieten sich zum Beispiel Besprechungen eines gelesenen Artikels, in Gruppen zu lösende Vertiefungsaufgaben, gemeinsam zu erstellende Dokumente oder verschiedene Formen von Fragen und Antworten an.

Doch wie können die virtuellen Präsenzphasen gestaltet werden, dass auch wirklich gemeinsam gelernt und vertieft wird? Wie werden Studierende im Online-Raum aktiviert, involviert und motiviert mitzumachen? Und geht das auch, wenn – wie vielerorts verlangt – hybride Veranstaltungen angeboten werden müssen?

Im Interview mit Sandro Nydegger erläutere ich, welche Schwierigkeiten Online-Vorlesungen mit sich bringen und wie Online-Präsenzlehre aktiver gestaltet werden kann.