Neue Formate in Aus- und Weiterbildung
Die Notwendigkeit neuer Lehr-Lernkonzepte ergibt sich für mich durch den Umstand, dass aufgrund schneller Entwicklungen und zunehmender Komplexität heute Lernen nie zu Ende ist und Aufgaben kaum mehr alleine erledigt werden können. Anstelle starrer, auf Wissensspeicherung basierender Angebote muss der Weg zu einer auf Selbstlernkompetenz und Teamfähigkeit ausgerichteten und mit der Arbeitswelt verknüpften Bildung führen. Dies erfordert eine fundamentale Änderung der Bildungsangebote.
Reine Wissensvermittlung geschieht selbstgesteuert mit jederzeit und überall verfügbaren Lernressourcen. Präsenzzeit wird für Fragen, Anwendung und Vertiefung genutzt. In Zeiten von ChatBots noch viel mehr.
Interdisziplinäre und komplexe Aufgabenstellungen lassen Grundlagenwissen verknüpfen und anwenden und lösen modulares Lernen und Denken ab.
Digitale Kompetenzen sind integraler Bestandteil der Ausbildung, in die Lehrsettings und Aufgabenstellungen eingewoben, durch die Lernumgebung gefördert und von allen Akteuren vorgelebt.
Selbstreflexion über Lernziele und Lernbedürfnisse wird gefördert, ein selbstbestimmter und individueller Lernweg angestossen.
Teamarbeit ist die Norm. Kollaboration, Kommunikation, Empathie und gegenseitige Wertschätzung erhalten einen hohen Stellenwert.
Hinter diesen Grundsätzen stecken die Prinzipien der Ermöglichungsdidaktik und des New Learning. Wie eine Umsetzung solcher Grundsätze konkret aussieht, habe ich in den letzten Jahren in zwei Projekten zeigen können.

Der Studiengang Data Science der FHNW folgt einem ganz neuen Ausbildungskonzept, das auf individuelles und selbstgesteuertes Lernen setzt. Ich durfte während 5 Jahren den Studiengang mit aufbauen, zuletzt als Leitung Didaktik.

Das Future Work Camp ist ein 4-Monate-Programm für WissensarbeiterInnen, die selbstorganisiertes Lernen, Vernetzen, Zusammenarbeiten und Selbstwirksamkeit erleben, trainieren und verinnerlichen wollen. 2021-2024, in Zusammenarbeit mit Stefanie Moser
Auswahl von Moderationen und Referate
2023: Barcamp «Curriculumsentwicklung», mit Franziska Zellweger PHZH und Tetiana Kaufmann, ZHAW
seit 2025: CAS Hochschuldidaktik FHNW: Alternative Lehr-Lernansätze und neue Trends, mit Julia Rausenberger
2022-2025: CAS Hochschuldidaktik PHZH: Der SG Data Science als alternatives Modell
2024: FHNW APS Edu Exchange: Überlegungen zu einer robusten Lehre
2022: ZHAW IUNR: Kompetenzorientierte Leistungsnachweise am Beispiel SGDS
2021: ZHAW LSFM: Individualisierung im Studium am Beispiel SG Data Science
Blog Beiträge „Neue Formate in Aus- und Weiterbildung“
-

Learning Theories Timeline
Die Sicht, wie lernen passiert und was lernen beeinflusst, hat sich im Laufe der Zeit stark geändert und ändert sich immer noch. Hermann Ebbinghaus, Jean Piaget, Carol Dweck, Albert Bandura,…
-

Kompetenzbasierte Curricula als Grundlage für eine zukunftsfähige Hochschullehre?
Übergeordnete, eher abstrakte Kompetenzprofilen als Grundlage für die Entwicklung neuer, vielfältiger Studienformen, die in Zukunft auch einfach weiterentwickelt werden können. In diesem Artikel stellen wir den Ansatz der kompetenzbasierten Curricula…
-

New Learning, Agiles Lernen und Lernen 4.0
Gleich wie der Begriff New Work von unterschiedlichen Menschen je nach Perspektive unterschiedlich verstanden wird, passiert dies auch bei den Begriffen des „neuen Lernens“. Heute bin ich über diesen Artikel…
-

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Digitalen Kompetenzen und Future Skills?
Die Begriffe Digital Skills und Future Skills werden häufig synonym verwendet. Aus meiner Sicht überschneiden sie sich, sind aber nicht deckungsgleich. Digital Skills Future Skills Digital Skills sind für mich…
-

New Learning an der Hochschule- die Challenge X
Wir haben ein neues Format entwickelt! In der „Challenge X“ bringen die Studierenden ihre eigene Fragestellung ein und bearbeiten sie während eines Semesters mit Unterstützung eines Coaches. Bei der Entwicklung…
-

Portfoliomodule als Lerngefäss für flexibles, kompetenzorientiertes Lernen
Im Studiengang Data Science gibt es verschiedene Lerngefässe. Zentral sind die sogenannten Portfoliomodule. In ihnen soll eine Kompetenz mit grosser Flexibilität für die Studierenden realitätsnah und handlungsorientiertund auf Wunsch über…
-

Die Hochschullehre in Zeiten der Disruption
Ein Wort geistert herum. VUCA-Welt. Vorbei die Zeiten, in denen das Leben auf unserem Planeten in klaren Bahnen verlief und damit planbar war. Heute reden wir von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität…
-

Digitalisierung und Hochschule- warum brauchen wir neue Studienkonzepte?
Die Digitalisierung kann massiv dazu beitragen, die akademische Lehre insgesamt attraktiver, individualisierter, effektiver und flexibler zu gestalten. Neue, vor allem digitale Lernformate kommen den Forderungen nach zeit- und ortsunabhängigem Lernen,…
-

Fundstück: Connectivism: How to better understand learning in the digital age
Ein ausführlicher Artikel darüber, was connectivism ist, wie es entstand, und warum es gerade heute so wichtig ist.
-

Was den Menschen von der Maschine unterscheidet- Kompetenzbildung für die digitalisierte Welt
Ich schaudere ja häufig, wenn ich lese oder höre, was die Leute unter “digitalen Kompetenzen” verstehen, gerade im schulischen Bereich. Da mockiert sich eine Mutter, dass am Elternabend eine Folie…
-

Fundstück: Wie ein Framework Digitale Kompetenz die Strategieentwicklung unterstützt
Framework Digitale Kompetenzen von Anita Holdener, HSLU
-
70-20-10: Origin, Research, Purpose – 70-20® Blog
70% Learning from challenging assignments, 20% from others and 10% from coursework (formal), that’s a golden rule of learning theory. But where does it come from? Is it proven? Bob…