Wer sich heute mit Entwicklungsszenarien für Hochschulen auseinandersetzt, sollte unbedingt Frank Ziegele vom deutschen Centrum für Hochschulentwicklung folgen, zB auf LinkedIn. In seinem Buch „Die authentische Hochschule„, das er zusammen mit Ulrich Müller verfasst hat, führt er aus, warum sich Hochschulen zwingend ein für sie passendes, das heisst authentisches Profil schaffen sollten um zukunftsfähig zu bleiben. Dieses habe ich schon vor längerer Zeit gelesen und fand es sehr inspirierend.
Zusammengefasst legen die Autoren dar, dass eine Hochschule unmöglich alle Anforderungen erfüllen kann, die heute an sie gestellt werden. Sie muss sich darum entscheiden, was sie im Kern ausmacht. Dieses klare Profil schafft nicht nur eine Einzigartigkeit, sondern vor allem auch Orientierung gegen innen, gegen aussen und für zukünftige, eventuell sehr rasch erforderliche Entwicklungen. Eine Hochschule, die dies erfüllt und auch lebt, wird als authentisch wahrgenommen.
Doch was für ein Profil könnte dies sein? Die heutigen Hochschulprofile passen immer weniger in eine Zeit, in der sich viele bisherigen Gewissheiten auflösen. Ziegele und Müller beschreiben und belegen in ihrem Buch langfristige Trends und aktuelle Ereignisse, welche die Hochschulen nachhaltig beeinflussen und zu Veränderungen treiben.


Es müssen also neue Profile entwickelt werden, welche die beschriebenen Trends einbeziehen. Als Hilfestellung dafür haben Ziegele und Müller zwölf fiktive Hochschulprofile entwickelt, welche sich jeweils an einem Kernanliegen und mehreren Trends orientieren.


Diese Profile sind so nicht umsetzbar, dienen aber Reflexion über die eigenen Stärken und das eigene Umfeld und damit der Inspiration, das eigene (Misch)-Profil zu finden, das für die Hochschule stimmig ist, der Sichtbarkeit und Unverwechselbarkeit dient und authentisch umgesetzt und gelebt werden kann.



Wer keine Zeit hat, das Buch zu lesen, findet in den Kremser Thesen von Frank Ziegele bereits einige der Aspekte, die im Buch ausführlicher beschrieben werden.
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